Johann Michael Möller
Die vehemente Klage des scheidenden Bundeskanzlers Gerhard Schröder, eine neue Generation von Journalisten hätte ihn und seine Politik in einer konzertierten Aktion niedergeschrieben, bringt ein altes Thema wieder auf die Tagesordnung: das spannungsreiche Verhältnis von Politik und Medien. Die Klagen der Politik sind alt. Neu ist hingegen, daß sie von links erhoben werden. Stimmt der Vorwurf? Gibt es dafür Gründe? Oder hat der neue Konflikt nichts mehr mit den alten ideologischen Fronten zu tun? Das Wächteramt der Journalisten muß in einer veränderten Medienlandschaft neu bestimmt werden. Die wachsende Komplexität der Politik und die Entwicklung zum Infotainment widersprechen sich. Die wirtschaftliche Krise vor allem des herkömmlichen Printjournalismus hat Auswirkungen auf die öffentliche Selbstverständigung einer demokratischen Gesellschaft.